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OSTEOPOROSESCHMERZ
Was ist eine
Osteo porose?
Bei der
Os teoporose handelt es sich um eine Systemerkrankung bzw.
Stoffwechselerkrankung des Skeletts mit Verminderung der Knochenmasse
wodurch sich das Risiko für Knochenbrüche erhöht.
Bildquelle:
www.klinikum.uni-heidelberg.de
Die
Os
teoporose kann
generalisiert (=
allgemein ausgebreitet) oder
lokalisiert (=
örtlich begrenzt) auftreten, so auch
z.B.
beim
Morbus Sudeck bzw.
bei der
Sudeck Dystrophie (engl.
Sudeck dystrophy),
auch als
komplexes regionales Schmerzsyndrom bezeichnet.
Von der
Os
teoporose ist häufig
ist die Wirbelsäule betroffen.
Der Mineralgehalt der
Knochen nimmt bis
zum 40. Lebensjahr zu, bis eine individuelle maximale Knochenmasse erreicht ist.
Im weiteren Lebensverlauf werden dann etwa 0,5 bis 1,5% jährlich wieder
abgebaut. Störungen, die diesen natürlichen
Knoc
henabbau
steigern, führen zur Entwicklung einer
Os
teoporose und damit zu einem Osteoporoseschmerz mit der
Gefahr von Knochenbrüchen, meist in Form von sog. Spontanfrakturen
(= Brüche ohne äußere Ursache).
Eine Os
teoporose bzw. ein
Osteoporoseschmerz kann sich
aufgrund einer endokrinen
(= hormonellen)
Störung (Hyperthyreose
(=
Überfunktion der Schilddrüse),
Morbus Cushing (= Krankheitsbild durch ein Überangebot von
Glucocorticoiden),
Hyperparathyreoidismus
(= Überfunktion der
Nebenschilddrüse), Hypogonadismus
(= Unterfunktion der
Keimdrüsen)) entwickeln.
Hormonale Faktoren sind an der postmenopausalen
(= Übergangsphase von der
weiblichen Geschlechtsreife zum Alter)
und senilen (=
altersbedingten) Form beteiligt.
Die lokale Variante kommt, wie oben schon ausgeführt, beim
Morbus Sudeck vor, wahrscheinlich bedingt durch lokale Stoffwechselstörungen (Debrunner
1988).
Ein
Osteoporoseschmerz tritt hauptsächlich im
Bereich der
Wirbelsäule auf, in
der Regel weniger segmental begrenzt, sondern über größere Abschnitte. Im
Verlauf der Erkrankung kommt es zu wiederholten Spontanfrakturen
(= Knochenbrüche ohne äußere
Gewalteinwirkung), die zu einer
Fehlstellung führen, wodurch die kleinen Wir bel
gelenke, der
Bandapparat und die
Muskulatur
in Mitleidenschaft gezogen werden und zusätzlich
Schmerz
en verursachen.
Die Os
teoporose und damit auch ein
Osteoporoseschmerz verläuft
schubförmig. In der Akutphase ist Bettruhe angezeigt, ansonsten ist Inaktivität
zu vermeiden, darüber hinaus sollte regelmäßig eine
muskel
kräftigende Heilgymnastik durchgeführt werden. Physikalische
Therapiemaßnahmen (lokale Wärmeanwendungen, Elektrotherapie) sind ebenfalls
hilfreich.
Die postmenopausale
(= nach Ausbleiben der Regel)
und senile (= greisenhaft, im Greisenalter auftretende)
Os teoporose ist medikamentös nur schwer zu beeinflussen. Die
Wirkung von anabolen
(= aufbauenden) Hormonpräparaten ist
nicht eindeutig gesichert. Eine Substitutionsbehandlung
(= Gabe von Substanzen, die eigentlich ausreichend im Körper
vorhanden sein müßten) mit Kalzium
und Vitaminen zeigt nur begrenzte Wirkung, in der Regel sind diese Stoffe im
Körper reichlich vorhanden, können aber vom erkrankten Kn
ochen nicht verwertet werden.
Die Gabe von Calcitonin
(= Hormon mit kalziumregulierender Wirkung)
scheint bei Os teoporose erfolgversprechender zu sein, neben der
hormonellen soll eine antinozizeptive
(= gegen Schädlichkeiten
gerichtete) Wirkung bestehen.
Besonders in der akuten Phase sind Infiltrationen mit Lokalanästhetika
hilfreich. Meist kommt man jedoch um den Einsatz (vorwiegend) peripher wirksamer
Analgetika nicht herum.
Nach einem Bericht des
Ärzteblattes senkt Zoledronsäure senkt das
Frakturrisiko
(= Risiko eines Knochenbruchs) bei
Os teoporose. Eine einmal jährliche Infusion mit dem Bisphosphonat
Zoledronsäure beugte in einer randomisierten kontrollierten Studie im New
England Journal of Medicine (NEJM 2007; 356:1809-1822) effektiv osteoporotischen
Frakturen vor. Nicht wenige Patienten erkrankten jedoch an einem schweren
Vorhofflimmern, einer bisher nicht mit Bisphosphonaten in Verbindung gebrachten
Komplikation.
Sehr interessant ist noch
eine weitere Nachricht, danach verhindert das Os
teoporosemedikament
Raloxifen nach einer
amerikanischen Studie Brustkrebs ebenso gut wie das Krebsmittel Tamoxifen,
in der Verträglichkeit war Raloxifen sogar überlegen.
Medikamentöse
Schmerzbehandlung:
Akut (= plötzlich
einsetzend, heftig) und subakut
(= eher schleichend
verlaufend) können bei einem
Osteoporoseschmerz zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende
Analgetika (=
Schmerzmittel, die am Ort der
Schmerz
entstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst
lang wirkende und
magen
schonende wie z.B.
Meloxicam. Besonders magenschonend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B.
Parecoxib oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon
andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände nur mit zentral wirkenden Analgetika (z.B. Tramadol,
Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Mophin) (= im
Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel)
beherrschbar.
Bei stärkeren
schmerz
haften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch
Muskel
relaxanzien
(= Mittel zur Entspannung von
Muskeln) (z.B.
Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der
Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden. Die Kombination mit
schmerzdistanzierenden
Antidepressiva (=
Mittel gegen Depression, aber auch bei einem chronischen
Osteoporoseschmerz
hilfreich) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika) bei einem
Osteoporoseschmerz:
Bei anhaltenden
Rückenschmerzen
sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame
Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die
therapeutische Lokalanästhesie
mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen,
Nerven
- und rückenmarknahen Blockaden.
Infiltrative Lokalanästhesie
(= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel)
bei einem
Osteoporoseschmerz:
Die einfachste diesbezügliche
Therapie besteht in der örtlichen Infiltration der meist verspannten, an die Wir
belsäule angrenzenden
Muskulatur.
Je nach segmentaler Ausdehnung reichen ca. 5-10 ml Bupivacain 0,25% bis 0,5%
völlig aus. Eine weitere Möglichkeit ist die gezielte Infiltration von
Triggerpunkten (=
kleine Reizzonen hpts. in der Mus kulatur) nach vorheriger
Identifizierung derselben.
Periphere temporäre
Nervenblockaden
(= mehr oberflächliche,
zeitlich begrenzte Ner
venbetäubungen):
Periphere
(= oberflächliche)
Schmerzprojektionen entlang der Zwischenrippennerfen (Interkostalneuralgie)
sprechen gut auf wiederholte
Interkostalblockaden
mit einem örtlichen Betäubungsmittel an. In hartnäckigen Fällen kann die
Blockadefrequenz durch Implantation eines Katheters erhöht werden.
Zur Unterbrechung segmentaler Reflexkreise, aber auch zur Therapie
pseudoradikulärer (=
scheinbar nervenwurzelnbetreffende)
und radikulärer (=
nervenwurzelnbetreffende)
Schmerzausstrahlungen eignet sich im
Lendenwirbelsäule
n-Bereich die Blockade der korrespondierenden
Nervenwurzel
n, auch mit Katheter.
Die lumbale (=
den Lendenbereich betreffende)
peridurale (=
rücken
marknahe)
Blockade, insbesondere
mit Katheter, ist eine sehr effektive Therapiemaßnahme, die allerdings nur
unter stationären Bedingungen durchgeführt werden sollte. Bei technischer
Beherrschung, adäquater Lokalanästhetika-Dosierung und Beachtung der
hygienischen Belange kann das Risiko bei der Indikation "Rückenschmerzen"
als vertretbar eingestuft werden. Die Wirkung einer lumbalen peri(epi)duralen
Blockade kann individuell mittels Lokalanästhetikamenge und -konzentration so
gesteuert werden, daß die Schmerzreize aus der gesamten unteren Körperhälfte bei
weitgehend erhaltener Motorik blockiert werden. Der Erhalt der Motorik hat den
Vorteil, daß die Patienten nicht immobil sind, sondern gleichzeitig
physiotherapeutisch behandelt werden können.
Mit einem entsprechenden Lokalanästhetika-Volumen kann die
Blockade bis zu den thorakalen
(= den Brustbereich
betreffenden) Segmenten ausgedehnt
werden.
Physikalische
Schmerzbehandlung:
Auch die Elektrostimulation kann bei
einem
Osteoporoseschmerz eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane
Stimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat den
Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die
Elektroden werden paarig paravertebral
(= neben der Wir belsäule)
im Schmerzbereich aufgeklebt. Durch
Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung
optimiert werden.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca.-10 bis-15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (z.B.
Rotlicht oder auch
Infrarot-Wärmekammer) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls
Rückenschmerz
en lindern.
Auch eine
Magnetfeldtherapie
(pulsierende
Signaltherapie)
kann sehr hilfreich sein, gleiches gilt für die
Hochtontherapie.
Die Verordnung von Massagen ist auch bei einem
Osteoporoseschmerz
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese
Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt
sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber die heilgymnastische Therapie, da meist nur
diese geeignet ist, einen ärztlichen Behandlungserfolg zu sichern und
längerfristig zu stabilisieren, da auf Dauer nur eine kräftige Mus
kulatur eine statische und dynamische Insuffizienz des Achsenorgans
kompensieren kann. Auch Heilgymnastik im wohl temperierten Bewegungsbad kann
manchmal einen Osteoporoseschmerz eindrucksvoll lindern.
Andere Therapiemaßnahmen bei einem
Osteoporoseschmerz:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur (Schmerzakupunktur)
nicht unerwähnt bleiben. Bei eher lumbalgiformen
(=
kreuzschmerz
artigen)
Beschwerden soll die Nadelung der Punkte 23, 31
und 50 auf dem Blasenmeridian, sowie Gallenblase 26 und 28 wirksam sein (Kossmann
et al. 1986).
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und
Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie).
Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur
Lockerung der Mus
kulatur erlernen.
Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. Korsette sollte dem Orthopäden
vorbehalten sein.
Die Methoden der modernen
Schmerztherapie
bieten auch optimale Voraussetzungen für eine
Anschlußheilbehandlung
(AHB)
bzw.
Anschlußrehabilitation.
Mehr darüber erfahren Sie hier:
http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk
(einfach anklicken).
Wußten Sie schon,
daß laut Bundesregierung alle gesetzlich krankenversicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine
Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst
aussuchen können - Lesen Sie dazu die Ausführungen des Bundesministeriums für
Gesundheit:
http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
(einfach anklicken)
a
Ist eine Rentenversicherung Kostenträger, besteht diese Wahlmöglichkeit jedoch nicht,
aber:
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen.
Danach hat ein Schmerzpatient
ein Recht darauf, in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden.
Hier
gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik). Mittlerweile gibt es diesbezüglich
zwei weitere Urteile, so vom
Landessozialgericht Hamburg:
http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2
(Pressekommentar dazu:
https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik)
und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in
nur 23 (!!) Tagen:
www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht1.

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